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Traumasensibles Yoga -Im Umfeld mit Menschen älterer Generation

In diesem Ergänzungsseminar wollen wir uns den Besonderheiten zuwenden, die es bei einem Yoga-Angebot für die ältere Generation zu beachten gilt.

Ein traumasensibles Wahrnehmen und Erkennen, welche Bewegungen für den eigenen Körper geeignet sind oder darüberhttps://www.traumasensiblesyoga.de/wp-content/uploads/2022/06/AdobeStock_290243743-scaled.jpeg hinaus sogar als wohltuend und befreiend erlebt werden können, will hier erst geduldig geübt werden. Oftmals haben sich im Laufe der Jahre physische Einschränkungen an bestimmten Körperregionen eingestellt, die zunächst nach Akzeptanz und fürsorglicher Aufmerksamkeit rufen. Die Essentials des TSY sind daher für diese Altersgruppe in ganz besonderer Weise wichtig: Achtsamkeit in der Ausführung von Bewegungen und subtiles Wahrnehmen und Nachspüren der eigenen Grenzen.

Die heute das Durchschnittsalter erreichende Generation hat oft noch Prügel bekommen und unter den in der Nazizeit entwickelten Erziehungsvorschriften der sogenannten schwarzen Pädagogik gelitten. Andererseits hat diese Generation zum Aufbau der Leistungsgesellschaft beigetragen. Entspannung war damals ein Fremdwort und für einen liebevollen Blick auf das eigene Seelenleben hatte man keine Zeit. Der Zusammenhang zwischen frühen Traumata und Demenz wurde bereits von verschiedenen Hirnforscher beschrieben und auch statistisch belegt. Eine sorgfältige Vorbereitung für Entspannungsübungen ist daher unerlässlich. Mit dem Schwächer-werden der Körperkräfte lassen auch die Abwehrmechanismen nach, Meditation und Entspannung verstärken diese Tendenz. Vielfältige Erfahrungen des SEN (spiritual emergency network) weisen darauf hin, dass durch eine zu plötzliche Begegnung mit dem eigenen Schatten und den verdrängten Anteilen, psychiatrische Erkrankungen ausgelöst werden können. Unverarbeitete Themen wie transgenerationale Weitergabe von traumatisierenden Erfahrungen sind kollektive Traumata – wie z.B. auch sexueller Missbrauch – sie verlangen daher auch nach einer kollektiven Aufarbeitung. Dem Aufbau einer wertschätzenden Gruppen-Energie, z.B. durch eine Anordnung im Kreis, und der Pflege eines respektvoll empathischen Umgangs der TeilnehmerInnen miteinander – kommt eine stärkere Bedeutung zu als bei einem Yoga-Angebot für noch Berufstätige.

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Ergänzungsseminars wird sich den besonderen Chancen und Fähigkeiten des Alters widmen. Der Begriff „Alters-Weisheit“ darf neu mit Leben gefüllt werden. Altwerden heißt wesentlich werden, man kann das Alter mit einem Sieb vergleichen: Unwichtiges fällt durch.  Die drei Mitten zu pflegen, die unsere menschliche Würde und Schönheit ausdrücken, bedürfen in fortschreitendem Alter einer besonderen Pflege: Wurzel, Scheitel und Herz-Chakra. Solange das Herz noch schwingungsfähig ist – im Sinne der Resonanz nach H. Rosa – lebt der Mensch. Wenn die Welt für ihn verstummt, ist er innerlich bereits gestorben. Die Ayurveda-Therapeutin Dr. Gupta schreibt, dass wir in höherem Alter durch das Vata-Dosha immer feiner und subtiler werden und damit den großen Themen eher begegnen können. Mit Blick auf den achtgliedrigen Entwicklungsweg nach Patanjali kommt den höheren Stufen mit fortschreitendem Alter eine wichtigere Bedeutung bei. Die Fähigkeit des alternden Menschen zu Abstand und Überblick ermöglicht auch den Abstand zu den eigenen Gedanken. Ein großzügiger Umgang mit fremden und eigenen Fehlern wird daher möglich. Die Fähigkeit mit dem Herzen zu sehen, gehört zu den Fähigkeiten, die im Alter noch zunehmen können, wenn sie gepflegt werden.

Hilfreiche Übungen im Sinne einer Top-Down Wirkung (vom Geist zum Körper) wie z.B. gedankliche Neu-Ausrichtungen, Visualisierungs-Übungen und Affirmationen werden beschrieben als auch spezifisch wirkende Bottom-Up Angebote, wie z.B. für die drei Doshas (Vata, Pitta, Kapha) oder die verschiedenen Körperregionen, werden vermittelt. Der exemplarische Aufbautsy-ingradual-Regina-Weiser eines Yoga-Angebots in einer Senioren-Residenz wird vorgestellt. Dabei geht die gesundende und befreiende Wirkung von der Gleichzeitigkeit von Bewegung (Asana, Bottom-Up), tiefem achtsamen Atem und gedanklicher Ausrichtung (Top-down) aus. Zu dem inneren Bedürfnis nach einem Lebensrückblick gehört die Ganzwerdung von Körper, Seele und Geist. So können wir auch der unvermeidlichen Vergänglichkeit und dem Tod gelassener entgegensehen.

Das Wochenend-Angebot richtet sich an SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen, HeilpraktikerInnen, Yogalehrer*Innen und andere Körper- oder Seelentherapeut*Innen, da es sowohl für vorwiegend kognitiv verbal arbeitende Psychologen wie für vorwiegend körperorientiert HeilerInnen ergänzende Anregungen bietet.

Voraussetzung für den Besuch der Ergänzungsseminare ist der Besuch der Grundlagenseminare 1. Das G1 Seminar kann auch als Livestream oder Onlinekurs besucht werden. 

Datum: 24.-26.02.2023| Freitag: 18:00 bis 21:15 | Samstag: 09:30 bis 15:45 Uhr | Sonntag: 09:30 bis 12:45 Uhr
Dozentinnen: Regina Weiser & Dr. Anika Meckesheimer
Kursgebühr: 350,00 €
Mindestteilnehmerzahl: 10 Teilnehmende
Ort: TAO Zentrum | Sundgaualle 39 | 79114 Freiburg

 

Terminübersicht - Jetzt Teilnahme sichern!

 

ModulTerminOrt  
ErgM Ältere Gen24.02.-26.02.2023
Dozent: Regina Weiser & Dr. Anika Meckenheimer
FR 18:00-21:15 Uhr
SA 09:30-15:45 Uhr
SO 09:30-15:45 Uhr

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FreiburgTAO Zentrum
Sundgauallee 39
79114 Freiburg
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