3. Tagung „Reden reicht nicht“ – bifokal-multisensorische Interventionstechniken –

04.07.2019 | Erfahrungsberichte

Vom 20. – 23. Juni 2019 veranstalteten die Carl-Auer Akademie, das Fortbildungsinstitut für Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie PEPin Bremen sowie die Milton Erickson Institute Heidelberg und Rottweil eine spannende Tagung. Die Bedeutung des Körpers in der Psychotherapie stand im Fokus der Vorträge und Workshops. Angela Dunemann bot einen dreistündigen Workshop zum Thema „Traumasensibles Yoga in der Psychotherapie“ an. Die Resonanz war sehr positiv und hat bestätigt wie viel ein wahrnehmungsorientiertes Yoga in diesem Kontext beizutragen hat. S. Abstract

Workshop – Traumasensibles Yoga in der Psychotherapie

Verbindung versus Dissoziation

Für die Heilung von Menschen, die unter den Folgestörungen eines Traumas leiden, hat Yoga, diese „uralte Wissenschaft“ viel zu bieten. Yoga ist ein ganzheitlicher Ansatz, stabilisiert Körper und Psyche und reduziert nachweislich die Symptome einer PTBS.

Sowohl die Gestalt als auch die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen sind vielschichtig und häufig komplex zu betrachten. Der Körper ist in seinen Reaktionen immer betroffen, die Spürfähigkeit ist eingeschränkt oder verloren gegangen.

Bessel van der Kolk konnte in verschiedenen klinischen Studien zeigen, dass Yoga die klassischen PTBS-Symptome wie Intrusionen und Hyperarousal signifikant verringert.

Ein Trauma führt unter anderem zu einem veränderten Atem, eingeschränkter Bewegungsfreiheit und vergangenheits-gebundenem Bewusstsein.

Traumasensibles Yoga ist ein körperorientierter therapeutischer Ansatz, der auf dem klassischen Hatha-Yoga basiert und sich als wahrnehmungsorientiert bezeichnet.

Die besondere Chance liegt in der Stabilisierung, der Anregung von Selbstwirksamkeit und der Harmonisierung des psycho-vegetativen Systems. Die Verbindung des Bewusstseins mit den körpereigenen Ressourcen ermöglicht grundlegende stabilisierende Erfahrungen. Bestimmte Yogatechniken, wie z.B. Pranayama fördern die Selbstregulation. Dies ist in Zuständen von Hyper- oder Hypoarousal von zentraler Bedeutung.

Es wird vermittelt, wie Hatha-Yoga so adaptiert werden kann, dass es als traumasensibel zu bezeichnen ist. Aufbauend auf ein achtsames Üben ist die persönliche Erfahrung und Mitteilung von Befindlichkeiten und Körpersensationen integrativer Bestandteil. Daraus ergibt sich, dass der Umgang mit Trigger-Situationen sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting selbstverständlich wird. Es wird dargestellt, wie sich das Traumasensible Yoga in den psychotherapeutischen Kontext integrieren lässt. Vortrag und praktische Übungen werden sich abwechseln.

Die Dozentin schöpft aus ihren langjährigen Erfahrungen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

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Angela DunemannÜber den Autor des Artikels
Angela Dunemann ist Dipl. Soz.-Päd, Heilpraktikerin (Psychotherapie) und Yogalehrerin (DYU) und Trauma-Yogatherapeutin (TSY). Tätig für das Albert-Schweitzer-Kinderdorf seit 1988, Lehrerin und Ausbilderin für Yoga (DYU) im eigenen Institut für Yoga und Gesundheit, Mandala, in Wetzlar, systemisch ausgebildete Kinder- und Trauma Therapeutin, Yoga-Reiseleiterin, Buchautorin „Yoga und Bewegungsspiele für Kinder“, ”Yoga in der Traumatherapie” und Traumasensibles Yoga (TSY).

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