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Traumasensibles Yoga (TSY ingradual®)

Die TSYingradual® GbR hat es sich zum Ziel gemacht, die heilsamen Wirkungen eines achtsamen, sensiblen Yoga für traumatisierte Menschen bekannt zu machen. Über die positiven Wirkungen von Yoga haben unter anderem kürzlich das Deutsche Ärzteblatt (Jg. 113, Heft 12) und Report Psychologie (8.4.2015) geschrieben. Durch Entspannung, die neben Kräftigung und Dehnung ein integraler Bestandteil im Yoga ist, können jedoch alte Wunden aufbrechen, die im Alltagsstress gut verdrängt wurden. Das Wissen um die im Körpergedächtnis gespeicherten Erfahrungen führte zu einer trauma-adaptierten Form, dem traumasensiblen Yoga. Im Wiederauftauchen verletzter Anteile während der Verlebendigung durch Yoga liegt aber auch die große Chance, verdrängte und dissoziierte Anteile wieder erfahrbar zu machen und diese durch einen achtsamen Umgang Schritt für Schritt zu integrieren.

Yoga ist systemisch ausgerichtet, Verbindung spielt eine große Rolle. Der ganzheitliche Ansatz verknüpft die Elemente Bewegung, Atmung und Bewusstsein. Gerade das Gefühl von Verbundenheit ist traumatisierten Menschen verloren gegangen. Der eigene Körper fühlt sich fremd an, das Vertrauen in ihre Mitmenschen ist vielleicht tief erschüttert. Die schrecklichen Erlebnisse drängen sich in Form von beängstigenden Gefühlen, Körpersensationen oder inneren Bildern immer wieder auf. Betroffene fühlen sich entweder wie betäubt und dumpf oder übererregt und unter großer Spannung. Wenn es jedoch den Betroffenen gelingt, mit der Zeit ihren Schmerz, ihren Verlust oder den Schock zu überwinden, dann spricht die Wissenschaft von Posttraumatischem Wachstum. Traumasensibles Yoga (TSY) kann eine nachhaltige Unterstützung dabei bieten.

Die besondere Chance liegt in der Stabilisierung, der Anregung von Selbstwirksamkeit und der Harmonisierung auf das psycho-vegetative System. Die komplementären Beziehungen zwischen den Auswirkungen von Traumatisierung und den heilsamen Wirkweisen des Yoga werden theoretisch und praktisch in Übungen vermittelt. Die Verbindung des Bewusstseins mit den körpereigenen Ressourcen ermöglicht grundlegende stabilisierende Erfahrungen. Bestimmte Yogatechniken, wie z.B. Pranayama fördern die Selbstregulation. Dies ist in Zuständen von Hyper- oder Hypoarousal von zentraler Bedeutung.

Dabei ist uns die wissenschaftliche Fundierung und die Integration/ gegenseitige Befruchtung von westlichem (naturwissenschaftlich orientiertem) Denken und östlichem systemisch orientierten Denken wichtig.

Die Fortbildung im traumasensiblen Yoga (TSY umfasst 3 Module) und die darauf aufbauende Ausbildung (TYT ergänzend um 6 weitere Module) zum Trauma-Yoga-Therapeuten, in der zusätzlich an eigenen Traumata gearbeitet wird, befähigt Yogalehrende, Therapeuten, Ärzte, Menschen in pädagogischen und pflegerischen Berufen, Yoga so einzusetzen, dass es seine heilsame und therapeutische Wirkung entfalten kann.

Die gesamte Ausbildung (TYT) besteht aus 9 Modulen (=9 Wochenend-Seminare a 16 UE = 144 UE), dem Einführungsmodul und die beiden Aufbaumodule (AM 1+2) und den weiteren Aufbaumodulen (AM 3bis 8)

Einführungsmodul (1. Wochenende)

In diesem Einführungswochenende werden die Teilnehmer mit den tief greifenden Auswirkungen, die ein Trauma im Körper des Betroffenen auslöst, vertraut gemacht. Gleichzeitig werden relevante Wirkweisen des Yoga vorgestellt, die für traumatisierte Menschen stabilisierende und heilsame Antworten bereithalten. Erkenntnisse aus dem Bereich der westlichen und östlichen Psychosomatik sowie der Yogalehre mit dem Kosha-Modell, den Upanishaden und dem 8- gliedrigen Weg des Patanjali werden in Beziehung zueinander gebracht. Die Relevanz des Körpergedächtnisses für die Gestaltung des Yoga-Unterrichts wird deutlich.
Wenn durch Entspannung alte Wunden aufbrechen, kann dies die Chance für einen tief greifenden Heilungsprozess sein. Solche Trigger-Situationen verlangen achtsame und sensible Begleitung. Ein Bewusstsein über die unterschiedliche Funktionsweise der drei Schichten des Nervensystems, die jeweils einen unterschiedlichen Zugang verlangen, ist dabei sehr hilfreich.
Die Yogalehrenden gewinnen Verständnis und mehr Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichen Lebensgeschichten, die in eine Yogastunde mitgebracht werden. Psychotherapeuten lernen Körpererfahrungen für die Entwicklung eines positiven Körper- und Selbstbilds zu nutzen und ihren Patienten Methoden für die Selbstwirksamkeit an die Hand zu geben.

In den Modulen 1 bis 8 (2. bis 9. Wochenende)

  • Vertiefung der Polyvagaltheorie und ihr Bezug zum TSY
  • Die Chakren und ihre besondere Bedeutung im TSY
  • Das Kosha-Modell zum Verständnis von psychischer und physischer Gesundheit
  • Die Integrierbarkeit des Yoga in den wissenschaftlich, therapeutischen Kontext (analytisch, systemisch und verhaltenstherapeutisch orientiert)
  • Differenzierung der Traumafolgestörungen, Monotrauma, komplexe Traumatisierung, Dissoziation, Posttraumatische Belastungsstörung PTBS
  • Einführung in entwicklungspsychologische Aspekte und ihre Bedeutung im TSY am Beispiel der basalen Stimulation
  • Besondere Relevanz der bifokalen Stimulation im TSY im Hinblick auf Traumaverarbeitung
  • Vertiefung der entwicklungspsychologischen Aspekte am Beispiel der Bindungstheorien
  • Resilienz und Salutogenese
  • Entwicklung des Selbstmitgefühls
  • Entwicklung, schriftliche Ausarbeitung und Durchführung einer 20-minütigen Demonstration mit der Ausbildungsgruppe, in der Einzelarbeit oder an Hand eines selbst erstellten Videos aus der eigenen beruflichen Praxis
  • Posttraumatisches Wachstum
  • Vertiefung Traumaverarbeitungsprozesse
  • Vertiefung Psychohygiene
  • Entwicklung, schriftliche Ausarbeitung und Durchführung einer 45-minütigen Demonstration mit der Ausbildungsgruppe, in der Einzelarbeit oder an Hand eines selbst erstellten Videos aus der eigenen beruflichen Praxis

Unsere Aus- und Fortbildung sind in Kooperation mit der CULTURA AKADEMIE sowie der Akademie der Kulturen NRW / Freie Hochschule für ganzheitliche Entwicklung. (zertifiziert im Gütesiegelverbund NRW)